Blutegeltherapie*

Kleiner Wurm ganz groß.

Man glaubt kaum, dass ein derart unscheinbares Wesen eine so große Wirkung erzielen kann. Die Rede ist von einem kleinen Wurm. Denn der Blutegel ist ein Verwandter des Regenwurmes und gehört wie dieser zum Stamm der Ringelwürmer.

 

In seinem Speichel befinden sich schätzungsweise zwischen 30 und 100 Substanzen, von denen nur wenige näher erforscht sind. Die wohl bekannteste erforschte Substanz ist das Hirudin. Hirudin hemmt die Blutgerinnung und verhindert so die Bildung von Gerinnseln. Des Weiteren enthält der Speichel Stoffe, die die Gefäße erweitern und so die Durchflussrate des Blutes erhöhen. Ebenso welche, die die Durchlässigkeit der Gefäße herabsetzen, so dass die Wirkstoffe leichter in die tiefer liegenden Gewebe gelangen können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Speichel des Blutegels über eine Blutgerinnungshemmende, entzündungshemmende, leicht antibiotische und auch teilweise für Zellfortsätze von Neuronen wachstumsfördernde Wirkung verfügt. Mittlerweile liegt die Vermutung nahe, dass der Blutegel die Zusammensetzung seines Speichels verändern und sie sogar an die Gegebenheiten seines Wirtes anpassen kann.

 

Von A bis Z: Durch diese Wirkungen ergibt sich ein breites Anwendungsspektrum für die Behandlung mit Blutegeln, z.B. Arthrose, Bandscheibenvorfälle, Furunkel, Hot Spots, Hüftgelenksdysplasie, Narben, eine gestörte Wundheilung oder Zeckenbisse.

Und hier noch einige interessante Fakten zum Blutegel:

 

  • Der Biss des Blutegels ist relativ schmerzarm. Er wird oft mit einem Insektenstich oder mit der Berührung mit Brennnesseln verglichen.

 

  • Der Blutegel besitzt einen dreistrahligen Kiefer, wodurch eine Y-förmige Wunde entsteht.

 

  • Während des Blutsaugens erhöht sich das Körpergewicht des Blutegels auf das 5- bis 10-fache seines Körpergewichtes - und das innerhalb eines Zeitraumes von einer halben Stunde bis Stunde.

 

  • Im Magen des Blutegels, der aus einer Vielzahl von Blindsäcken besteht, werden die festen von den flüssigen Bestandteilen des Blutes getrennt: Das flüssige Blutplasma wird während des Saugens in Form eines wässrigen bis schleimigen Films über die Haut abgegeben, der den Blutegel gleichzeitig vor dem Austrocknen schützt. Effektiv speichert der Blutegel dadurch nur etwa 60% der aufgenommenen Blutmahlzeit.

 

  • Der Mageninhalt wird innerhalb von 5 - 18 Monaten verdaut, wobei er während des langsamen Verdauungsprozesses flüssig bleibt und keine Fäulnisprozesse entstehen. 

Falls Sie sich nun die Frage stellen, ob Ihr Vierbeiner sich durch den Biss des Blutegels mit einer gefährlichen Krankheit anstecken könnte: Jeder Blutegel darf nur ein Mal verwendet werden, so dass eine Übertragung von tierspezifischen Krankheiten grundsätzlich ausscheidet.

Zudem stammen die verwendeten Blutegel aus einer Blutegelzucht, die sowohl Blutegel selbst züchtet als auch aus dem Ausland bezieht. Die importierten Tiere werden über mehrere Monate in Quarantäne gehalten und nochmals vor dem Versand an die entsprechende Apotheke einer Qualitätskontrolle unterzogen. 

*Aus rechtlichen Gründen muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Therapieform um ein Naturheilverfahren handelt, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten und von der Schulmedizin nicht anerkannt ist.

Copyright © 2020 Ihre Tierheilpraktikerin Lisa-Marie Gerhardt, Dipl.-Biologin