Westliche Kräutertherapie*

Westliche Kräuter werden sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Verwendet werden hierfür ganze Pflanzen oder nur Teile davon wie z.B. Blüte, Blatt, Wurzel, Stängel, Samen, Frucht, Knospe, Rinde oder Zwiebel.

 

Jedes Kraut enthält neben Vitaminen und Mineralstoffen eine komplexe Zusammensetzung aus Wirkstoffen wie Alkaloide, ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Kumarin, Saponine oder Schleimstoffe. Das bedeutet, dass kein isolierter Einzelstoff zur Anwendung kommt. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass sich die Inhaltsstoffe in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzen und komplettieren.

 

Hätten Sie gedacht, dass die moderne Medizin letztendlich auf natürlichen Heilmitteln basiert?

Etwa 90 % unserer heute auf dem Markt befindlichen chemisch hergestellten Arzneimittel sind Nachbildungen pflanzlicher Wirkstoffe. Ein Beispiel hierfür ist die Acetylsalicylsäure, heutzutage besser bekannt als das Medikament Aspirin®. Ein interessanter Aspekt ist jedoch, dass die Acetylsalicylsäure ein synthetischer Abkömmling des in der Weide (Salix purpurea bzw. Salix alba) enthaltenen Alkohols Salicin ist. Die Salicicate der Weide haben entzündungshemmende, schmerzstillende und fiebersenkende Wirkungen. Wobei Untersuchungen nahelegen, dass die schmerzhemmende Wirkung nicht alleine auf den Salicingehalt zurückzuführen ist, sondern - wie bereits oben erwähnt - vermutlich auch andere Inhaltsstoffe an der Gesamtwirkung beteiligt sind.

Weitere Beispiele sind die Herzglykoside, sogenannte Digitoxine, die den roten Fingerhut (Digitalis purpurea) zum Vorbild haben oder Atropin, welches aus der Tollkirsche (Atropa belladonna) gewonnen wird.

 

Damit die Kräuter aber ihre Wirkstoffe bewahren, ist die optimale Sammelzeit, Trocknung, Aufbewahrung und Verarbeitung entscheidend. Zum Beispiel sollten Kräutertees maximal ein Jahr lang dunkel und trocken in verschraubbaren Gläsern oder Dosen gelagert werden.

 

Beim Tier finden häufig Auszüge, Salben, Pulver, Tinkturen oder Öle ihren Einsatz. Wobei Westliche Kräuter innerlich (z.B. als Tee oder in Form von Pulver) und äußerlich (z.B. für Waschungen oder Umschläge) angewendet werden können.

In der Tierheilkunde sind bei der Zubereitung und der Anwendung Westlicher Kräuter tierartspezifische Unterschiede zu beachten, z.B. reagieren Hunde oftmals ähnlich wie Menschen auf die Einnahme Westlicher Kräuter, für Katzen gilt dies wiederum nicht. Zudem sollten die artspezifische Anatomie, Unverträglichkeiten und Gegenanzeigen pflanzlicher Inhaltsstoffe, unterschiedliche Lebensgewohnheiten und die Vedauung berücksichtigt werden.

 

Ein Kraut sollte bei Bedarf oder Kurweise über minimal zwei bis drei Wochen und bis maximal sechs Wochen gegeben werden. Danach sollte man pausieren bzw. ein anderes Kraut geben, da eine längere Einnahme Gegenanzeigen bewirken kann. So kann z.B. die Brennnessel unterstützend bei Nierenerkrankungen eingesetzt werden, jedoch bei längerer Einnahmedauer zu Nierenschäden führen.

 

Die Westliche Kräutertherapie kann sowohl zur schulmedizinischen Behandlung als auch zu anderen naturheilkundlichen Therapiemethoden begleitend und ergänzend eingesetzt werden. 

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Große Brennnessel (Urtica dioica)

Hagebutte (Rosa canina)

Petersilie (Petroselinum crispum)

*Aus rechtlichen Gründen muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Therapieform um ein Naturheilverfahren handelt, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten und von der Schulmedizin nicht anerkannt ist.

Copyright © 2020 Ihre Tierheilpraktikerin Lisa-Marie Gerhardt, Dipl.-Biologin