Copyright © 2020 Ihre Tierheilpraktikerin Lisa-Marie Gerhardt, Dipl.-Biologin

Traditionelle Chinesische Arzneimitteltherapie*

Hätten Sie gewusst, dass in China selbst lediglich 10% der TCM (= Traditionell Chinesische Medizin) - Behandlungen aus Akupunkturbehandlungen bestehen und etwa 80% aus der Behandlung mit chinesischer Arzneimitteltherapie

Mit Hilfe der Akupunktur können Störungen im Energieleitbahnsystem (= Meridiane) und Qi- oder Yang-Störungen positiv beeinflusst werden, indem Energie in die jeweiligen Funktionskreise geleitet wird. Hierbei werden Qi und auch indirekt Blut mehr oder weniger „umverteilt“. Allerdings lässt sich so keine Schwäche an Substanz (sprich Blut und Yin) ausgleichen. Auch wenn ein sogenannter pathogener Faktor (wie beispielsweise Wind, Hitze oder Kälte) in die inneren tiefer liegenden (Yin-) Körperschichten eindringt, sitzt dieser meist so tief, dass man ihn nicht mehr mit Nadeln erreichen kann. Hier kommen dann chinesische Arzneimittel zum Einsatz.

Chinesische Arzneimittel sind vor allem pflanzlichen Ursprungs. Es werden aber auch Substanzen mineralischen und tierischen Ursprungs verwendet. In Deutschland werden meist pflanzliche Arzneimittel aus kontrolliertem Anbau eingesetzt, die über Apotheken bezogen werden. Diese veranlassen eine regelmäßige Prüfung der Arzneimittel auf ihre Reinheit bzw. Schadstoffbelastung.

Gefährdete oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten kommen in Deutschland zu Recht gar nicht erst zum Einsatz - das Verbot ist durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geregelt.

Die chinesischen Arzneimittel werden nach bestimmten Kriterien eingeteilt:

 

  •    Die thermische Wirkung, die es im Körper entfaltet.

Hier wird zwischen kalt, kühl, neutral, warm und heiß unterschieden. So sollte man bei Hitzeerkrankungen, wie z.B. Fieber, eher Kräuter mit kühlender oder kalter Wirkung einnehmen. Ein Beispiel hierfür ist Zhi Zi, Fructus Gardeniae.

 

  •    Die Geschmacksrichtung, die für bestimmte Eigenschaften des Arzneimittels.

Es gibt die Geschmacksqualitäten salzig, bitter, sauer, neutral, süß und scharf. So ist der saure Geschmack dem Holzelement zugeordnet und hat eine zusammenziehende und festhaltende bzw. stopfende Wirkung, weshalb saure Arzneimittel bei Durchfall, Schweißausbrüchen und anderen Flüssigkeitsverlusten verwendet werden. Ein Beispiel hierfür ist Wu Wei Zi, Fructus Schisandra.

 

  •    Die Wirktendenz, die das Arzneimittel im Körper hat.

Die Mittel können hebende oder senkende Wirkung haben bzw. an die Oberfläche heben oder bis in die Tiefe senken. Eine senkende Wirkung hat z.B. Dai Zhe Shi, Haematitum. Hierbei handelt es sich um schwere Substanzen wie Mineralien oder Wurzeln.

 

  •    Der Wirkort eines Arzneimittels in Bezug zu den Funktionskreisen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser).

Inwiefern sich also seine Wirkung im Körper entsprechend der Meridian- und Funktionskreistheorien der TCM entfaltet. So wirken z.B. Ingwer und Schalotten auf den Funktionskreis Metall bzw. die Lunge - jedoch auf verschiedene Weise: Ingwer wärmt eine Kälte der Lunge und die Schalotte gleicht eine Fülle in der Lunge aus.

Eine chinesische Rezeptur beinhaltet klassischerweise vier Komponenten, denen spezielle Aufgaben zugeordnet sind, nämlich Kaiser, Minister, Adjutant und Bote.

Die wichtigste Aufgabe obliegt dem Kaiserkraut. Es besitzt den größten Teil der Wirkung und wird hauptsächlich gegen das Hauptsymptom oder zugrundeliegende Syndrom eingesetzt. Der Minister unterstützt den Kaiser in seiner Wirkung und hat zusätzlich noch heilsame Qualitäten, die über die Wirkung des Kaiserkrautes hinausgehen. Der Adjutant verstärkt die Wirkung von Kaiser- und/oder Ministerkraut, mildert giftige Wirkungen von Kaiser- und Ministerkraut und wirkt der Wirkung des Kaiserkrautes entgegen. Der Bote führt die Wirkungen der gesamten Rezeptur in bestimmte Leitbahnen oder an die gewünschte Körperstelle und harmonisiert die gesamte Rezeptur.

Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel: Nicht jede Rezeptur weist diese Hierarchie auf. Sind z.B. Kaiser- oder Ministerkraut nicht giftig, wird demzufolge kein Adjutant benötigt, der eine giftige Wirkung abschwächt.

 

Des Weiteren ist zu erwähnen, dass es in der chinesischen Arzneimitteltherapie Arzneimittel gibt, die während einer Trächtigkeit nur eingeschränkt oder gar nicht zum Einsatz kommen sollten, da sie eine Fehlgeburt auslösen können. Andererseits gibt es Arzneimittel, die nicht miteinander kombiniert werden dürfen.

In der Tierheilkunde haben sich aufgrund der Einfachheit die Darreichungsformen Granulat, Tabletten und hydrophiles Konzentrat bewährt.

Bei der Herstellung von Granulat werden die extrahierten Inhaltsstoffe der Arzneimittel in einem speziellen Verfahren in Form eines Konzentrats auf eine Trägersubstanz, meist pflanzliche Stärke, aufgesprüht. Mit dem beigefügten Messlöffel lässt sich das Granulat leicht dosieren. Man kann das Granulat entweder mit etwas heißem Wasser aufgießen, abkühlen lassen und es dem Tier übers Futter schütten oder aber direkt ins Futter streuen.

Die Tabletten bestehen aus Granulat, welches tablettiert wurde, und können direkt eingegeben oder über das Futter verabreicht werden.

Hydrophile Konzentrate sind besonders für Kleintiere wie Katzen geeignet. Es handelt sich hierbei um alkoholfreie, wässrige Extrakte chinesischer Arzneimittel auf Glycerinbasis. Jedoch ist hier Vorsicht geboten bei Diabetes. Auch hier kann die Verabreichung übers Futter oder direkt ins Maul erfolgen.

Die Behandlungsdauer kann - je nach Art und Schwere der Erkrankung - mehrere Wochen bis Monate betragen. In der Regel wird eine Rezeptur über 1-3 Wochen verabreicht und anschließend eine Kontrolle durchgeführt. Danach wird die Rezeptur gegebenenfalls angepasst oder weiter verabreicht. 

*Aus rechtlichen Gründen muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Therapieform um ein Naturheilverfahren handelt, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten und von der Schulmedizin nicht anerkannt ist.